Stadtrundgang Soest in 2 Stunden

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Kommen Sie mit auf unseren Stadtrundgang Soest in 2 Stunden.

Sie fahren mit Ihrem Fahrzeug, egal ob Auto, Motorrad oder Fahrrad zum Jakobitor in Soest, wo unser Stadtrundgang beginnt. Hier finden Sie genügend Parkplätze, um in Ruhe und der nötigen Zeit die mittelalterliche Großstadt Soest zu erkunden.

Sie verlassen Ihren Parkplatz und lassen die Volksbank hinter sich. Sie sehen dann das Jakobitor, oder besser den Rest dieses mittelalterlichen Stadttores, auf dem linken Gehweg. Im 19. Jahrhundert wurden in Soest die alten Stadtbefestigungen aus dem 13. Jahrhundert und die meisten Stadttore teilweise abgerissen, weil man sie nicht mehr brauchte. Dem fielen auch einige Wälle zum Opfer, und nur die Tatsache, daß man für mehr Abrissmaßnahmen kein Geld mehr hatte, verdanken wir heute den Erhalt der alten Stadtbefestigung.

Sie gehen hinter dem Torfragment nach links in die Gräfte:

In dieser herrlichen Grünanlage spazieren Sie autofrei entlang der alten Stadtbefestigung, die um 1180 erbaut wurde und in seiner Zeit als uneinnehmbar galt. Rechts neben Ihnen sehen Sie die die Wallmauer, und Ihr Spazierweg liegt im ehemaligen Wassergraben, der Gräfte, wie sie heute in Soest genannt wird. Beides zusammen war ein äußerst effektiver Schutz gegen Angreifer, welche die Stadt Soest einnehmen wollten. Besonders in der „Soester Fehde“ von 1444 bis 1449 hat sich diese Befestigung bewährt. Der Angreifer, Erzbischof von Köln, konnte Soest trotz Belagerung nicht einnehmen und verlor diese Auseinandersetzung.

Hier hat die Wallmauer eine mächtige Ausbuchtung, die auf den Geschäftssinn der alten Soester deutet. Im Mittelalter waren Mühlen auf Wasserkraft oder Windkraft angewiesen, und weil das Soester Korn an der Lippe gemahlen werden mußte, hatte man zu viel Aufwand, Kosten und Transportrisiko zu tragen. Soest hatte aber wohl nicht genug Wind für eine Windmühle. Also wurde die Wallmauer verstärkt und eine Windmühle oben drauf gesetzt. Dieses Problem war damit gelöst, das Korn konnte in Soest gemahlen werden.

Nach ca 300 Metern gehen Sie nach rechts durch den Durchgang und dann geradeaus weiter.

Die Wallmauer ist hier durchbrochen, so daß Sie durch die Mauer in die Innenstadt gegen können. Auf der Straße „Steingraben“ sehen Sie kinks und rechts der Straße die für Soest so typischen Grünsandsteinmauern.
TIP: Gehen sie direkt am Anfang des „Steingraben“ nach links durch das Tor. Dort finden Sie den Bergenthalpark, eine schöne Parkanlage mit altem Baumbestand.

Sie folgen dem Steingraben weiter und nach kurzer Zeit haben Sie den ersten Blick auf die alten Kirchen der Stadt Soest. Am Ender der Straße halten Sie sich rechts und gehen unter den Arcaden zum Marktplatz. Gegenüber sehen Sie den Freigrathbrunnen, der dem Dichter Ferdinand Freiligrath gewidmet ist. Hier sollten Sie nicht den Blick zwischen den Häusern auf den barocken Turmhelm der Petrikirche verpassen. Ein immer wieder und häufig fotografiertes Motiv. Auf der linken Seite sehen Sie den Marktplatz, aber da kommen wir später noch hin.

Sie gehen hier rechts auf die Marktstrasse

Nach ca. 100 Metern steht auf der rechten Seite das „Haus zur Rose“.

Eines der schönsten erhaltenen Fachwerkhäuser in Soest. Beachten Sie an diesem Haus die reichlichen Schnitzereien.
Gegenüber liegt die Petristrasse, die hier leicht ansteigt und direkt zur Petrikirche und dem Petrikirchplatz führt. Wenn Sie dort angekommen sind, befinden Sie sich in der Urzelle des alten Soest.
Vor dem Bau der „neuen Stadtumwallung von 1180“ war hier eine Befestigungsanlage, welche die „Alde Kerke“ und das Patroklusstift mit seiner Umgebung schützte. Leicht zu erkennnen, daß dieses Areal auf einem Hügel liegt, und darum relativ gut zu verteidigen war. Etwa gegenüber des Turms von St. Petri steht heute die Sparkasse, im Mittealter war hier die so genannte Kaiserpfalz. In dieser Pfalz hat sogar schon Karl der Große gewohnt und Urkunden gesiegelt. Reste dieser Kaiserpfalz sind im Keller der Sparkasse zu sehen.

Sie verlassen an dieser Stelle den Petrikirchplatz und den Autoverkehr, gehen rechts an der Kirche vorbei und kommen auf einen großen Platz, der eine herrliche Sicht auf die direkt nebeneinander stehenden Kirchen St. Petri und St. Patrokli freigibt. Soester nennen diese Kirchen allerdings nie so, hier heißt es knapp: Petrikirche und Dom, dabei soll es auch hier bleiben.

Gehen Sie auf den Dom zu und genießen den Blick auf den mächtigen romanischen Turm in seinem Kontrast zum barocken Turmhelm der Petrikirche. Beide Straßen trennt nur die Rathausstraße. Sie gehen links zwischen beiden Kirchen hindurch und sofort wieder rechts, am Dom entlang bis links der Vreithof erscheint.

Hier ist auch der Soester Wochenmarkt und der Eingang zum „neuen“ Teil des Soester Rathauses.Hier war früher das Archigymnasium untergebracht. Eine Reihe schöner Fachwerkhäuser begrenzt den Platz nach Norden. Folgen Sie dieser Häuserfont bergab und Sie kommen in die wasserreiche Gegend der Soester Innenstadt.

Dieses Quellgebiet war die natürliche Einfriedung der alten Soester Stadtbefestigung. Allerdings dürfte zu der Zeit deutlich mehr Wasser geflossen sein. Auf der linken Seite sehen Sie den Großen Teich, den viele warme Quellen speisen, am anderen Ende der Theodor-Heuss-Park.

Lassen Sie Teich und Park links liegen und gehen weiter geradeaus. Bald haben Sie freien Blick auf die Wiesenkirche, oder offiziell: St. Maria zur Wiese“. Dies ist wohl der beeindruckenste Sakralbau in Soest, der seine besondere Schönheit im Inneren zeigt. Im Jahr 1313 begonnen und erst 1882 mit der Turmvollendung fertiggestellt, ist die Wiesenkirche äußerlich das kleine Abbild des Kölner Doms. Die Wiesenkirche hat auch eine Bauhütte, die wohl noch einige Jahre mit der äußerlichen Restaurierung der beiden Turmhelme beschäftigt sein wird.

Von innen sind die beiden Kirchen aber nicht vergleichbar. Genießen Sie die Farbenpracht der gotischen Fenster, die fast über die gesamte Höhe der Kirche schlank und hell leuchtend ein beeindruckendes Farbspiel bieten. Über dem Nordportal das Fenster mit der Abbildung des „Westfälischen Abendmahl“, daß Jesus Chistus im Kreis seiner Jünger mit Pumpernickel, Schnaps und Bier zeigt, statt mit Brot und Wein. Zu seiner Zeit sicher eine erhebliche Provokation, heute ein besonderes Fensterbild.
Nachdem Sie Ihre Eindrücke genossen haben, verlassen Sie die Wiesenkirche und gehen ein Stück zurück in Richtung großer Teich.

Nach ca. 300 Metern ist links ein Grünsandsteinbogen zu sehen, der in die Hohe Gasse führt.

Sie gehen in diese Gasse, die sehr schön zwischen alten Grünsandsteinmauern hinaufführt zur Hohnekirche. Auch ein Juwel mittelaterlicher Kunst sind die reichlichen Wandmalereien im Inneren und der reich verzierte Altarraum.
Verlassen Sie die Hohnekirche durch das Hauptportal und gehen links auf die Strasse Kleine Osthofe bis zu deren Ende, dann rechts und gleich wieder links auf die Osthofenstrasse. Sie sind hier direkt am Kreishaus des Kreises Soest. Seit der kommunalen Neuordnung im Jahr 1975 sind die Kreise Lippstadt und Soest zum Kreis Soest zusammengefasst worden. Im Kreishaus kommt der Kreistag zusammen, außerdem ist es Sitz der Kreisverwaltung und des Landrates.

Am oberen Ende der Osthofenstrasse sehen Sie das Osthofentor.

Es ist das einzige noch vollständig erhaltene Stadttor der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Es wurde im Jahr 1526 fertiggestellt. An der Seite führt eine Treppe in das Osthofentor Museum, das in der ehemaligen Wachstube und Rüstkammer untergebracht ist. 25000 Armbrustpfeile können Sie hier neben Stadtmodellen und sehenswerten Ausstellungen sehen.

Verlassen Sie das Osthofentor und gehen leicht bergab zurück in Richtung Innenstadt.

 

Nach ca.500 m folgen Sie halblinks der Osthofenstrasse und gehen an deren Ende (direkt nachdem die Straße eine leichte Rechtskurve beschreibt) nach rechts in die Strasse „Damm“. Geradeaus kommen Sie wieder zum Großen Teich, und dahinter gehen Sie links in Richtung Teichsmühle. Dort finden Sie auch die Touristinformation der Stadt Soest.

 

Gehen Sie die Strasse weiter bis zum Gebäude der Kreishandwerkerschaft und folgen Sie nach links der Walburgerstrasse bis zum Marktplatz

Der Marktplatz hat heute seinen Namen nur noch aus historischen Gründen, denn der
Wochenmarkt findet auf dem Vreithof statt. Das war in alter Zeit anders. Der Markt lag zwar
bis 1180 außerhalb der Stadtmauern, aber direkt davor noch im Schutz der Stadt Soest.
Eingerahmt von der heute nicht mehr bestehenden Marktkirche und dem alten Zunftgebäude
Stalgadum war dieser Platz nicht ganz so groß wie heute. Die alten Gebäudemaße erkennt
man vor der Font mit der Sparkasse im Pflaster des Marktplatzes. Der ehemalige Stalgadum
Grundriss ist im Pflaster sichtbar gemacht. An der Einmündung der Walburger Straße erkannt
man eine runde Pflasterstelle, an der in alter Zeit der Pranger stand. In Soest wurde man
nicht an den Pranger gestellt, sondern „auf den Kack gesetzt“. Dieser Ausspruch hat wohl
mit der Sitzhaltung des Delinquenten zu tun, wenn er dort festgebunden war. Heute ist der
Marktplatz ein gemütlicher Ort mit Straßencafe´s Spielgeräten und Platz zum Verweilen

 

 

 

 

Sie verlassen den Marktplatz nach rechts.

Hinter dem Haus Haverland gehen sie nach rechts durch die Arkaden und dann wieder nach
links in den Steingraben. Dieser Weg wird Ihnen bekannt vorkommen, denn hier sind Sie
schon auf dem Hinweg durch unsere schöne Stadt spaziert. Gehen Sie der Straße nach,
benutzen den Durchbruch in der Wallmauer und gehen nach links durch die Gräfte wieder
zum Jakobitor.

Jetzt sind Sie wieder am Start Ihrer Exkursion angekommen. Der Stadtrundgang Soest in 2 Stunden ist zu Ende.