Wo das ganz alte Soest noch lebt

Kommen wir heute zu einer Stadtführung durch die alte Hansestadt Soest, die uns zu den ersten Ursprüngen einer befestigten Stadt Soest führen. Mit dem ottonischen Stadtkern in dessen Kern wir uns heute bewegen, sind Sie heute auf den Spuren der ganz alten Stadt Soest.

Sie sehen bei diesem Rundgang:

  • die Petri Kirche
  • den Patrokli Dom
  • das Rathaus
  • den Domplatz
  • denVreithof
    Petri Kirchturm vom Markt aus gesehen
    Petri Kirchturm vom Markt aus gesehen ©Werner Tigges

    Starten wollen wir unseren Rundgang am Westwerk der Petrikirche, den Sie finden, wenn sie die Petristrasse neben der Sparkasse bergauf gehen. Und damit sind wir schon mitten drin, im alten Soest. Wenn Sie gerade den Weg bergauf gegangen sind, haben Sie die erste Hürde der ottonischen Stadtbefestigung schon hinter sich gelassen. Damals wurde die Topographie der Stadt gezielt genutzt, um sich vor Angriffen zu schützen.

„Oben“ angekommen gehen Sie direkt auf die Petrikirche zu, rechts sehen Sie da die Sparkasse. Dort stand vor 1000 Jahren die Pfalz des Kölner Erzbischofs. Ein Klotz von einem Wohnturm, mit 25 m Seitenlänge und 25 m Höhe. Es soll einen Eingang zur Petrikirche in der ersten Etage gegeben haben, damit der Herr nicht mit dem gemeinen Volk zusammentreffen musste. Später wurde eine neue Pfalz am Grandweger Tor gebaut, und diese alte Bischofspfalz wurde zum Hospital. Darum heisst die Strasse dort auch Hospitalgasse. Obwohl an ihr die Post liegt, nicht Postgasse oder ähnlich.

Die Petrikirche:

Vorgängerbau ca 800
Westwerk um 1150 erbaut
der Chor um 1300
Barocker Zwiebelturm nach Blitzeinschlag 1709

Ein Höhepunkt der Petrikirche ist, das in jedem Jahr zum heiligen Abend vom Turm das Soester Gloria ertönt.

Gehen Sie rechts an der Petrikirche vorbei, um auf dem Kirchplatz nach links zum Dom zu kommen.

Der Patroklidom in Soest
Der Patroklidom in Soest -Der 82m hohe Turm-©Werner Tigges

Sie gehen auf das Westwerk des Patroklidom zu. Und damit auf das wohl mächtigste Bauwerk, das  je in Soest gebaut wurde. Der Bau des Patrokli Stift und des Westwerks mit dem Turm bedeutete seit dem Jahr 954 viel Arbeit, und damit Nahrung und Unterkunft der Arbeiter. Steinmetzen und Zulieferer sowie Händler und Kaufleute profitierten von dieser Großbaustelle.
Schon  um 1200 war der Turm mit seinen 82 Metern Höhe fertiggestellt und beherrscht seit nun mehr als 800 Jahren das Soester Stadtbild wie kein anderes Bauwerk in Soest. Gebaut als städtischer „Belfried“ wurde der Turm erst viel später zum Kirchturm.
Der Altar im Dom wird durch den Schrein mit den Reliquien des Patroklus beherrscht. Patroklus war der  Schutzpatron der Stadt Soest, dessen Gebeine aus dem französischen Troyes nach Soest gebracht wurden.
So hat der „Dom“ die Jahrhunderte überstanden, bis im 2. Weltkrieg Bomben auf Soest fielen, und auch dieses alte Bauwerk nicht verschonte. Aber schon kurz nach dem Krieg wurde wieder aufgebaut. In der 1970er Jahren wurden Dom und Turm vollständig saniert, und man sagte damals, wenn kein Krieg die Kirche zum Einsturz bringt, hält der Dom noch weitere 1000 Jahre.Wir werden das nicht überprüfen können, aber 800 Jahre Bestand mit mittelalterlicher Bautechnik erschaffen lassen doch auf weitere Jahre nach Renovierung mit moderner Bautechnik hoffen.

DAS! müssen Sie sehen!
Das Soester Rathaus von 1713 beherrscht mit dem Patrokli Dom und der Petri-Kirche den Kern der Soester Altstadt. Vom Potsdamer Platz kommend, wird man von der Schönheit des Rathauses mit seinen sehr alten und sehr eindrucksvollen Nachbarn Patrokli Dom und Petri Kirche schon fast erschlagen.
Rathaus-Soest-Panorama ©Melanie Tigges

Wir gehen links am Dom vorbei, und sehen das Rathaus von 1713. Ja, dieses Rot ist Ochsenblutrot. So machte man das damals, als es noch keine chemischen roten Farben gab.

In der Fassade des Rathauses über den Bögen steht eine Figur des Patroklus, er war der Schutzheilige von Soest, sowas brauchte man zu seiner Zeit. Mehr zu Patroklus in den Informationen zum Patrokli Dom.
Unter Patroklus finden Sie auch das Abbild von zwei kräftigen Gestalten, die den Soester Schlüssel, das Wappen der Stadt Soest, tragen und bewachen.

Neun Bögen bilden die Halle vor dem Rathaus, in den Schlusssteinen der Bögen sind symetrisch die Jahreszahlen des Baubeginns einegearbeitet, nämlich 1713 Der rote Anstrich in Ochsenblurot hebt sich schön vom Grünsandstein der Nachbargebäude ab.
In der Halle rechts ist der Eingang zum Standesamt in Soest, dort wird ziemlich oft Reis gestreut und Sekt getrunken, wenn Hochzeitspaare das Rathaus verlassen. Dort ist auch der Eingang zum “Blauen Saal”, ein Saal mit  Sternenhimmel im barocken Stil, den man gegen Gebühr auch privat mieten kann.

Die Rückseite des Soester Rathauses beherbergt zum Vreithof hin einen Teil der städtischen Verwaltung. In diesem neueren Teil des Rathauses war in früherer Zeit das Soester Archigymnasium untergebracht, das heute an der Niederbergheimer Strasse steht.

Der Vreithof in Soest
Vreithof by night – © Ellen Sawatzki

Auf der Rückseite des Rathauses angekommen, sind Sie auf dem Vreithof, dem wohl beinahe schönsten Platz in Soest. Er wurde erst vor kurzer Zeit neu saniert und ist mit seiner Beleuchtung der Fachwerkhäuser ein Highlight der Abendstimmung in Soest. Und ganz nebenbei, im Sommer und an schönen Herbsttagen kann man dort wunderbar sitzen und genießen.
Ganz neu ist ab diesem Jahr (2014) wird der Soester Weihnachtsmarkt erweitert und auch auf dem Vreithof stattfinden.

Sie gehen wieder links an der nördlichen Seite des Rathauses vorbei, überqueren den nördlichen Petrikirchplatz, den Sie erstmal erleben sollten, wenn in Soest Allerheiligenkirmes ist. Sie werden ihn kaum wieder erkennen.

Und schon sind Sie am Ausgangspunkt der kleinen Zeitreise angekommen.

Allerheiligenkirmes Soest
Petrikirchturm mitten in der Kirmes©Werner Tigges

 

Diese Stadtführung ist wie unser ganzes Angebot auch auf Handy oder Tablet ohne Einschränkung nutzbar. Nehmen Sie es gerne mit und erkunden die alte Hansestadt Soest

Viel Vergnügen!!

 

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