Am Loerbach in Soest

Am Loerbach in Soest - © Werner Tigges
Am Loerbach in Soest - © Werner Tigges

Heute eine der schönsten Fachwerkzeilen in Soest! Aber zum Beispiel im Jahr 1550 hätte man dort ein Industriegebiet vorgefunden.  Was war da los am Loerbach?

Am Loerbach in Soest – Bildrechte: Werner Tigges

Was ist Lohgerben? Quelle Wikipedia

Als Gerberlohe bezeichnet man die vom Baum getrennte, zerschnittene und fein gemahlene Rinde – meistens Eichenrinde, seltener auch Fichten– oder Tannenrinde – in der sich der Gerbstoff Tannin befindet. Dabei werden für einen Zentner Leder vier bis fünf Zentner Lohe benötigt, für kräftiges Sohlenleder (auch Pfundleder genannt) sogar acht Zentner. Insofern war für das Handwerk der Lohgerberei auch ein reicher Holzbestand vonnöten. Beliefert wurden die Lohgerber von dem Berufsstand der Löher, die meist im Mai, wenn der Saft in die Bäume steigt, die Rinden in oft speziell angelegten Eichenschälwäldern, auch Lohwald oder Lohhecke genannt, schälten, bevor diese gefällt wurden. Die beste Lohe soll aus der Rinde von achtzehn Jahre alten Eichen gewonnen werden.[2] Seit Ende des 19. Jahrhunderts wurde die einheimische Eichenlohe zunehmend durch aus Übersee importierte Gerblohen wie Quebrachoholz ersetzt.

Da für die Gerberei generell große Mengen an Wasser benötigt wurden, lagen Gerbereien meist an einem Fluss, Bach oder Kanal, denn nicht nur bei der Vorbereitung zur Gerbung, sondern auch nach der Entnahme aus der Gerblohe mussten die Häute für viele Stunden gespült und gewässert werden. Durch das anschließende Trocknen der gespannten Häute an der Luft vollendete sich der chemische Gerbvorgang. Als letzte Arbeitsgänge erfolgten das Walzen, Glätten, gegebenenfalls das Spalten (Spaltleder), sowie das Wachsen und Beschneiden des Leders. Ende Wikipedia.

Archäologische Ausgrabungen haben gezeigt, das Am Loerbach schon im 16. Jahrhundert die Lohgerber gewohnt und gearbeitet haben. Es war der perfekte Ort, um sich dort anzusiedeln, denn Lohgerber brauchen viel Wasser, und der Soestbach fließt direkt vor der Tür.. Sicher noch nicht so kanalisiert wie heute, vermutlich mit flachem Ufer, konnten die Lohgerber dort arbeiten bzw. Wasser entnehmen. Leder war ein wichtiger Werkstoff für Schuhe, Sättel und Zaumzeug der Pferde. Und damit vermutlich auch ein wichtiges Rüstungsgut. Auch in damaliger Zeit ein wichtiger Rohstoff.

Und die heute in Soest, und auch anderswo, Loer und so weiter heißen, hatten vermutlich Vorfahren in diesem Beruf.

Heute ist davon nichzts mehr zu sehen. Und der neu angelegte Fußweg von der Wiesenstrasse dorthin am Soestbach entlang, ist einer der schönsten Wege in Soest. Da sollte man unbedingt mal entlang gegangen sein.

 

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