Versoestern – was ist das

Patrokli Dom in Soest - Westwerk
Patrokli Dom in Soest – Westwerk

Münster ist die Hauptstadt Westfalens, das ist unbestritten richtig, und Soest nennt man die heimliche Hauptstadt Westfalens. Dieser geheime Anspruch ist aus dem Reichtum und der Macht Soests im Mittelalter entstanden, als sich unsere mittelalterliche Großstadt nicht hinter anderen schwergewichten wie Münster, Worms und anderen verstecken musste.

Aber irgendwann war es dann mit dem Soester Einfluß nicht mehr so weit her, die Stadt ging allmählich nieder. Das war auch eine Folge der gewonnenen Soester Fehde, wenn sich das auch erstmal unlogisch anhört. Aber dazu mehr in einem besonderen Beitrag über die Fehde von 1444-1447, der später hier erscheinen wird. Und als Soest mit Erlaß der preußischen Königs Friedrich der Große am 11.6.1751 unter preußisches Recht gestellt wurde, hatte der König der Selbständigkeit der Stadt und dem Soester Stadtrecht ein Ende bereitet. In der Folge hatte Soest erhebliche Schulden aus dem siebenjährigen Krieg, die sich auf 19000 Taler beliefen, 14000 Taler davon Kriegsfolgen. Verschiedene Versuche, neue Einnahmequellen zu erschließen, schlugen fehl. Von Maulbeerplantagen und Seidenraupenzucht auf dem Wall – alles brachte nicht den gewünschten Erfolg.

Aus dem Jahr 1776 wird berichtet, das Soest völlig darnieder liegt. Die Stadt wird als ein Ort beschrieben, dessen äußeres Aussehen nicht mit der aktuellen Beschaffenheit übereinstimmen.  Es soll kotige Strassen gegegeben haben, es war still in der Stadt und es sollen auf der Strasse nichts als Kühe und Schweine gewesen sein. Wenn das vll. etwas übertrieben ist, zeigt es doch, daß Soest sehr weit niedergegangen war. Und das Schlimmste war, das alle Versuche scheiterten, die Lage zu verbessern.

Münster dagegen, hatte mit solchen Schwierigkeiten nicht zu kämpfen. Dort hat man die entstandenen Möglichkeiten offensichtlich besser genutzt, und so ist Münster heute Soest immer noch überlegen in Größe, Finanzkraft und wahrscheinlich auch an Einfluß.
So kommt es, daß man in Münster einen Vorgang vom Niedergang einer Stadt oder Region als „VERSOESTERN“ beschreibt. Man geht, wenn man „versoestert“, einen schweren Weg nach unten.

Heute ist es in Soest zum Glück nicht mehr so aktuell mit dem „Versoestern“. Die Stadtverwaltung und der Rat der Stadt haben in den letzten Jahren umfangreiche Industriegebiete geschaffen und Firmen ansiedeln können, die dem „Versoestern“ entgegenwirken. Dabei blieb die Altstadt weitgehend unberührt, wenn auch dort kein Disneyland entstehen kann und die Stadtentwicklung weitergehen muß.
Wäre, ja wäre da nicht eine kleine Minderheit von Bürgern, die erstmal gegen alles, und dann nur noch für ihren eigenen Vorteil ist. Verbesserungen der Infrastruktur und Ansiedlungen sind nötig, um dem „Versoestern“ entgegenzuwirken. Bleibt zu hoffen, daß die Gegner dieser Maßnahmen mit ihrem Ansinnen scheitern und Soest nicht wieder „versoestert“. 

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