Der Wall in Soest

Der Wall in Soest ©Werner Tigges
Der Wall in Soest ©Werner Tigges

Der Wall in Soest ist die ursprüngliche mittelalterliche Stadtbefestigung, die um 1180 von dem Kölner Erzbischof Phlipp von Heinsber initiert wurde. Mit der Stadtbefestigung erhielt soest auch eine Neuordnung der Stadtbezirke, der so genannten Hofen. Dazu mehr in einem anderen Artikel.

Was wir heute sehen, ist nur der kleinere Rest einer mittelalterlichen Befestigungsanlage, die nie gestürmt werden konnte. Ehemals 10 Meter hoch, sehen wir heute den Rest, etwa halb so hoch wie ursprünglich. Dem Wall vorgelagert war ein Wassergraben, die Gräfte; heute ein romatischer Spazierweg und Joggingstrecke. Der Gräfte ist eine weitere Mauer vorgelagert, die auch weitgehend erhalten ist.

Gräfte in Soest
Die Gräfte

Der Wall hatte etwa 30 Türme, von denen noch einer erhalten ist, der Kattenturm. Sie können ihn auf diesem Stadtrundgang besichtigen. Im 19. Jahrhundert wurde die Mauer in der Höhe halbiert und die Türme wurden bis auf den Kattenturm abgerissen. Bei dem Gang über die Wälle kann man immer noch die Grundrisse der Türme erkennen, heute stehen da teilweise Bänke für die gemütliche Rast mit Platz zum Toben für Kinder.

Alle Stadttore von ehemals fünf Toren wurden im 19. Jahrhundert abgerissen, mit einer Ausnahme, dem Osthofen Tor. Es ist das jüngste der Stadttore und wurde erst 1523 fertiggestellt.

Osthofentor in Soest
Das Osthofentor

Das Jakobitor steht nur noch als Fragment ehemliger Größe. Die sieben Tore waren das Jakobitor, das Grandweger Tor, das Thomä Tor, Osthofen Tor, Walburger Tor, Brüder Tor und das Nötten Tor.

Die erste Bepflanzung der Wälle wurde schon von den Preußenkönigen veranlasst, die dort Maulbeerbäume pflanzen ließen, um die Seidenproduktion anzukurbeln. Nachdem das misslang, wurden Pappeln gepflanzt, die aber auch nicht gedeihen konnten.
Erst die später gepflanzten und heute noch stehenden Linden konnten an das Grundwasser reichen und wachsen.

Folge diesen schönen Baumwuchses ist die Zerstörung der Mauer durch Wurzelwerk. Die Wallmauer muss immer wieder mit hohem finanziellen Aufwand erneuert bzw. repariert werden. Das letzte große Projekt war die Restaurierung der „Mühlenturmes“ in der Gräfte am Jakobitor, das Sie auch auf diesem Spaziergang sehen können.

Mühlenturm am Wall in Soest
Der Mühlenturm am Jakobitor