Hohes Hospital und Pfalz in Soest

Nördlicher Petrikirchhof ©Werner Tigges

Wir stehen vor dem Westwerk der „Alde Kerke“, der Petrikirche in Soest und bewundern das über 860 Jahre alte Bauwerk dieser Petrikirche, die einen Vorgängerbau, der dort stand, ablöste.

Westlich der Kirche, auf dem Bild die alte Petrischule( mit dem Fachwerk)  war um das Jahr 1000 ein Friedhof, doch für den reisenden Erzbischof von Köln brauchte man eine Pfalz. Die Bischofspfalz diente dem Kölner als Wohnturm/ Festung. Denn er war in seinem Herrschaftsbereich viel unterwegs, und so waren im Abstand eines Tagesritt´s Pfalzen gebaut worden, der Herr sollte es ja möglichst bequem haben.

Also, der Friedhof wurde planiert, und im Bereich der heutigen Sparkasse zwischen Puppenstrasse und Petrikirche entstand ein etwa 25 x 25 m großer Wohnturm für den Kölner Bischof, etwa 30 Meter hoch.
Das war schon für diese Zeiten ein Koloß, aber als Kölner Erzbischof musste man schon was vorweisen, und tat das auch.

Wahrscheinlich war der nicht so luxuriös wie heutige Bischofssitze. Der Kölner Meißner würde vermutlich so nicht mehr wohnen wollen. Aber bitte,  25×25 Meter und 30 Meter hoch wäre heute auch nicht so schlecht.

Etwa 1178 wurde die Pfalz dann in den Bereich des Thomätores verlegt, bzw. dort wurde neu gebaut, und die alte Bischofspfalz wurde einer neuen Bestimmung übergeben. Die ehemalige Bischofspfalz wurde ein Hospital für arme sowie kranke Frauen und Männer, mit den damals geltenden Standards für Hygiene und Fachwissen. Ich glaube, heute würde kaum jemand dieses Hospital aufsuchen, aber das ist ein neues Thema.

Später wurde die ehemalige Pfalz in ein Damenstift umgewandelt, später nannte man es dann „Hohes Hospital“, vermutlich wegen der Stelle, wo es stand, auf hoher Position, auf einem Hügel.

Die Reste der Grundmauern sind heute im Keller der Sparkasse an der Puppenstrasse zu bewundern, ein Bild dazu wird nachgeliefert.

Die Hospitalgasse, an der heute die Post liegt, zeugt von der Vergangenheit dieser Gegend, in der vor mehr als 1000 Jahren in Soest wieder mal Geschichte geschrieben wurde.