Ausblick auf die „Soester Fehde“

Sturm auf den Wall in Soest
Soester Fehde - Sturm auf die Wallmauer - Bildrechte: Werner Tigges

Ein Ausblick auf die Soester Fehde mit freundlicher Genehmigung des Mittelaltermagazins
www.praeco-medii-aevi.de

Soester Bürger und zahlreiche Mittelaltergruppen aus dem In- und Ausland werden sich vom 2. bis 4. August 2013 in Soest erneut ein Stelldichein geben und die Stadt samt Heerscharen von Besuchern mit auf eine Zeitreise in die Geschichte der alten Hansestadt nehmen.

Truppen in der Soester Fehde
Truppen der Soester Fehde am Wall in Soest -Bildrechte: Werner Tigges

In kürzester Zeit hat sich die Soester Fehde inzwischen einen guten Ruf in der Szene erworben: in diesem Jahr sind daher 39 Mittelaltergruppen mit über 600 Teilnehmern aus 12 Nationen dabei. Daher ist der Veranstaltungstitel Programm: eine Stadt (er)lebt das Mittelalter.

Die Soester Fehde ist ein Event, für das im wahrsten Sinne des Wortes die Soester Bürger auf die Straße gehen – und zwar mittelalterlich gewandet, mit Kind und Kegel und offensichtlich mit dem allergrößten Vergnügen. Hier wird Geschichte tatsächlich gelebt und damit auch in besonderer Weise für sich selbst und andere erlebbar gemacht. Großer Wert wird dabei auf Authentizität gelegt. Insbesondere die Soester Kleiderschneiderei kennt sich da bestens aus. Hier weiß man, was Mann und Frau in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts trugen, welche Accessoires korrekt sind und getragen werden dürfen. Armbanduhren und Handys sind daher bei öffentlichen Terminen verpönt. Aber das sind schließlich nur Rahmenbedingungen. Insgesamt geht es auch hier um den Spaß an einer besonderen Veranstaltung teilnehmen zu können, dabei gewesen zu sein, Kontakte zu knüpfen, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Und was die Soester selbst angeht: wie könnte man anschaulicher, lebhafter und nachhaltiger Bekanntschaft mit der eigenen Geschichte machen und sich mit „seiner“ Stadt identifizieren?!

Sturm auf den Wall in Soest
Soester Fehde – Sturm auf die Wallmauer – Bildrechte: Werner Tigges

Schließlich bietet die wunderschöne historische Kulisse der Soester Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern und Grünsandsteinkirchen die perfekte Kulisse, wie sie sich Bühnenbildner nicht besser ausdenken könnten – inklusive der wuchtigen Stadtmauern, vor denen der „Sturm auf die Stadt“ in einer der platztechnisch größten Inszenierungen bundesweit nachgestellt wird. Sie zeigt, wie das Söldnerheer des Kölner Erzbischofs versucht, die wuchtigen Wallanlagen der Stadt zu überwinden. Ein weiterer Höhepunkt ist der festliche Einzug des Herzogs von Kleve mit anschließender Huldigungsszene.

Während am Fuß des Stadtwalls, entlang der Gräfte, wieder Heerlager eingerichtet werden, warten auf die Besucher in der Altstadt noch mehr Händler, Gaukler und Musikanten als beim letzten Mal und bieten Spiel, Spaß und Unterhaltung für die ganze Familie.

Auf sieben kleinen Bühnen, bzw. auf den Straßen und Plätzen werden Spielszenen und kleine Theaterstücke aufgeführt, unterhalten Musik- und Tanzgruppen Akrobaten ihr Publikum mit ungewöhnlichen Darbietungen für Augen und Ohren. Dass dabei auch schon mal die Zuschauer mit einbezogen werden, versteht sich von selbst. Die Aktivitäten im Herzen der Altstadt wurden verdichtet und die Innenstadt wird diesmal verstärkt als begleitende Spiel- und Inszenierungsfläche für den „großen Sturm auf die Stadt“ mit Theaterszenen mit einbezogen.

Darüber hinaus gibt es aber auch noch weitere Sonder-Veranstaltungen wie das Wandelkonzert durch Soester Kirchen mit Musik und Gesang aus dem 15. Jahrhundert inkl. entsprechender Jazz-Vertonung. Dem Theaterstück „Meier Helmbrecht“ (drei Aufführungen), liegt eine Versnovelle aus dem 13. Jahrhundert zugrunde. Es stellt eine Parabel auf die Zeit der Fehde dar. Und schließlich „Johann von Soest“, ein szenisches Konzert mit den Sängerinnen von Triofiore und weiteren musikalischen Gästen. Verschiedene Akteure der früheren Inszenierung, wie z.B. die Regisseure Michael Ritz und Kai Schubert sind auch diesmal wieder mit an Bord. Der Vorverkauf für die genannten Veranstaltungen läuft bereits. Tickets für den „Großen Sturm auf die Stadt von Juli 1447“ sind bundesweit über das Ticketsystem CTS erhältlich.
„Wir erwarten Mittelaltergruppen aus Deutschland, Holland, Tschechien, Belgien und Frankreich, die aufgrund der hohen Attraktivität der Veranstaltung 2013 unbedingt wieder dabei sein wollten“ erläutert Michael Schiewe vom Veranstaltungsbüro. Weitere Teilnehmer stammen aus Österreich, der Schweiz, Dänemark, Großbritannien, Polen, Russland, Schweden und Ungarn.

„Bereits mit einer Woche Vorlauf zum Veranstaltungswochenende wird als Hinführung zur Veranstaltung ab dem 27. Juli 2013 die Soester Fehde mit verschiedenen Vorträgen, Konzerten, Führungen und Ausstellungen einen Bogen zwischen Mittelalter und Moderne schlagen“ ergänzt Dr. Frieder Schütz vom Soester Kulturforum.
Die Soester Fehde lebt von dem enormen bürgerschaftlichen Engagement seiner Akteure, von rund 500 Soestern und ebenso vielen Mittelalterfreunden aus der näheren und weiteren Umgebung sowie aus dem Ausland. Verschiedene Vereine haben sich inzwischen gegründet (der größte mit fast 200 Mitgliedern), mit Unterabteilungen wie der Reiterei oder Rittern, nicht zu vergessen die unvergleichlich aktive Kleiderschneiderei, die Soest ihr Eigen nennen darf. Viel Zeit, persönliches Engagement – und natürlich auch der ein oder andere Euro für die entsprechende Gewandung – werden von den privaten Soester Akteuren aufgewandt, um sich hier stilgerecht zu beteiligen.
Ohne Gewähr!